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Neue Umlagen U1/U2: Das gilt jetzt für Minijob-Arbeitgeber

 

Zum 1. Oktober 2020 erhöhen sich für Minijob-Arbeitgeber die Umlagesätze der Arbeitgeberversicherung. Die Umlage 1 steigt auf 1,0 Prozent und die Umlage 2 beträgt künftig 0,39 Prozent. Minijobber haben bei Krankheit sowie bei Schwangerschaft und Mutterschaft einen Anspruch auf Fortzahlung des Verdienstes durch den Arbeitgeber. Auf die Arbeitgeber können dadurch unter Umständen erhebliche finanzielle Belastungen zukommen. Arbeitgeber sind durch die Zahlung von Umlagen gegen diese finanziellen Risiken abgesichert. Diesen erstattet die Krankenkassen die Kosten der Lohnfortzahlung, die im Krankheitsfall (Umlage 1) oder bei Mutterschaft einer Beschäftigten (Umlage 2) entstehen.

Am Umlageverfahren U1 nehmen in der Regel Betriebe mit bis zu 30 Mitarbeitern teil. Die Umlage U2 müssen alle Arbeitgeber zahlen.

Auslöser für die Anhebung sind zum einen die durch die Corona-Pandemie geringeren Umlageeinnahmen und zum anderen die deutlich gestiegenen Ausgaben bei den Erstattungsleistungen.

Die Umlagen 1 und 2 werden zusammen mit den anderen Abgaben auf dem Beitragsnachweis nachgewiesen und an die Minijob-Zentrale gezahlt. Bei Fragen hilft Ihnen Lohnbüro AM gerne weiter.

Mindestlohn - Anhebung in vier Stufen

 

Die zuständige Kommission aus Vertretern von Gewerkschaften, Arbeitgebern und Wissenschaft hat sich einstimmig für eine Anhebung des Mindestlohns von bisher 9,35 Euro pro Stunde in vier Stufen ausgesprochen

 

ab dem 01.01.2021      9,50 Euro pro Stunde

ab dem 01.07.2021      9,60 Euro pro Stunde

                                                            ab dem 01.01.2022      9,82 Euro pro Stunde

                                                            ab dem 01.07.2022     10,45 Euro pro Stunde

 

Die Bundesregierung muss die vorstehende Empfehlung der Kommission wie in der Vergangenheit noch per Verordnung umsetzen. In aller Regel richtet sie sich dabei nach dem Vorschlag der Kommission.

Höchstdauer von kurzfristiger Beschäftigung angehoben

  • Befristete Sonderregelung: Eine sozialversicherungsfreie kurzfristige Beschäftigung (§ 8 Abs. 1 Nr. 2 SGV IV) kann mit Vorbeschäftigungszeiten bis zu fünf Monate oder 115 Tage dauern, innerhalb eines Kalenderjahrs.
  • Geltungsdauer: Diese Ausweitung ist befristet vom 01. März bis zum 31. Oktober 2020
  • Bisherige Regelung: Vor dem Sozialschutzpaket waren drei Monate oder 70 Tage innerhalb eines Kalenderjahrs (samt Vorbeschäftigungszeiten) die Maximaldauer für kurzfristige Beschäftigung im Sinne der Sozialversicherung. Voraussichtlich wird dies wieder ab dem 01. November 2020 gelten.
  • Gesetzesgrundlage: § 115 SGB IV.
  • Anmerkung: Weiterhin gilt, dass solche kurzfristigen Beschäftigungen sozialversicherungspflichtig sind, wenn sie „berufsmäßig“ ausgeübt werden und dabei das Entgelt 450 Euro pro Monat übersteigt. Wenn ein kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis über den 31. 10. 2020 hinaus andauert, darf es nur maximal drei Monate oder 70 Arbeitstage umfassen, da die Ausnahmeregelung ab 01. 11. keine Anwendung mehr findet. Entsprechendes gilt für Zeiten kurzfristiger Beschäftigung, die vor dem 01. 03. 2020 lagen.

Im Zeitraum 1.7.2020 bis 31.12.2020 beträgt der ermäßigte Umsatzsteuersatz 5% und im Zeitraum 1.1.2021 bis 30.6.2021 7%. Anschließend gilt – vorbehaltlich einer weiteren gesetzlichen Regelung – wieder der allgemeine Steuersatz von 19%. Der ermäßigte Umsatzsteuersatz gilt auch bei einer Mahlzeitenabgabe des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer.

 

Beispiel: Der Arbeitgeber stellt dem Arbeitnehmer im Juli 2020 20 Mittagessen unentgeltlich zur Verfügung. Der amtliche Sachbezugswert von 3,40 € je Mahlzeit kann als Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Umsatzsteuer herangezogen werden. Allerdings handelt es sich um einen Bruttobetrag. Die darin enthaltene Umsatzsteuer muss bei einem Steuersatz von 5% mit 5/105 herausgerechnet werden.

Sachbezugswert je Mahlzeit = Bruttobetrag 3,40 € Umsatzsteuer 5/105 0,16 € Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer 100/105 3,24 € Für 20 Mahlzeiten im Monat Juli 2020 ergibt sich somit eine Bemessungsgrundlage von insgesamt 64,80 € und eine Umsatzsteuer bei einem Steuersatz von 5% von insgesamt 3,20 €.

Mindestausbildungsvergütung für Azubis: Das gilt seit 2020

Seit dem 1. Januar 2020 gilt erstmals eine gesetzliche Mindestausbildungsvergütung. Zum neuen Ausbildungsstart sollten sich Arbeitgeber und Azubis informieren, was es dabei zu beachten gibt.

Ausbildungsbetriebe müssen ihren Auszubildenden - wie schon bisher - eine angemessene Vergütung zahlen, die mit fortschreitender Ausbildung, mindestens jährlich, ansteigen muss. Für Lehrverträge, die seit dem 1. Januar 2020 beginnen, gilt nunmehr jeweils für das erste Ausbildungsjahr folgende gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.

1. Lehrjahr: 2020 = 515,00 Euro,  2021 = 550,00 Euro,  2022 = 585,00 Euro

Für das zweite, dritte und vierte Ausbildungsjahr sind ansteigende Aufschläge auf den Betrag aus dem Jahr des jeweiligen Ausbildungsbeginns vorgesehen. Der Auszubildende erhält 18 Prozent, 35 Prozent beziehungsweise 40 Prozent über dem jeweiligen Einstiegsbetrag für das erste Ausbildungsjahr. Dies ergibt für Ausbildungen, die im Jahr 2020 beginnen, folgende Mindestvergütungen:

2. Lehrjahr: 607,70 Euro,  3. Lehrjahr: 695,25 Euro,  4. Lehrjahr: 721,00 Euro
 

Leider lässt das Gesetz manche Frage unbeantwortet. Ab dem Jahr 2024 sind für gesetzliche Ausbildungsvergütungen kaufmännische Rundungen für die Nachkommastellen vorgesehen. Nicht geklärt ist, ob dies auch für die Beträge bis dahin gilt. Bei den gesetzlichen Mindestvergütungen handelt es sich um monatliche Brutto-Pauschalbeträge für Vollzeitausbildungen. Offen ist, von welcher Vollzeit ausgehend die Vergütung für Teilzeit zu berechnen ist.

Die vorgenannten Beträge dürfen grundsätzlich nicht unterschritten werden. Tarifverträge haben jedoch Vorrang vor der gesetzlichen Mindestvergütung. So können die Tarifpartner zum Beispiel bei Wirtschaftskrisen niedrigere Vergütungen aushandeln. Tarifgebundene Betriebe können unter Nennung des konkreten Tarifvertrags dementsprechend niedrigere Vergütungen im Ausbildungsvertrag vereinbaren. Nicht tarifgebundene Betriebe müssen hingegen mindestens die gesetzliche Mindestvergütung zahlen.

Allerdings profitieren nicht alle Auszubildenden von der Neuregelung. Lehrlinge, deren Ausbildung schon vor dem 1. Januar 2020 begonnen hat, erhalten weiter die vereinbarte Vergütung. Wechseln diese Lehrlinge jedoch im Jahr 2020 ihre Ausbildungsbetriebe und schließen sie zu diesem Zweck neue Verträge ab, sind die Mindestvergütungen fortan nach dem Jahr des Beginns der neuen Verträge, hier also 2020, zu zahlen.

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Das Schaustellergewerbe folgt keinen festgelegten Arbeits- und Ruhephasen, sondern ist geprägt von Transporten, Auf- und Abbau sowie Spielzeiten und auch Tagen ohne Engagement und witterungsbedingte Pausen. Die Organisation und Veranstaltung eines Volksfestes ist nicht mit einem geregelten Acht-Stunden-Tag zu bewältigen. Der Aufbau und die Eröffnung einer Kirmes oder eines Weihnachtsmarktes können nicht warten, sondern müssen zum Stichtag fertig sein.

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